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Lebensmittelgeeignete Fette
Wer in einem Lebensmittelbetrieb Lager, Gelenke oder Führungen schmiert, braucht ein Fett, das technisch zuverlässig ist und gleichzeitig den Anforderungen an den Lebensmittelkontakt standhält....
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Wer in einem Lebensmittelbetrieb Lager, Gelenke oder Führungen schmiert, braucht ein Fett, das technisch zuverlässig ist und gleichzeitig den Anforderungen an den Lebensmittelkontakt standhält. Lebensmittelgeeignete Fette sind so formuliert, dass ein zufälliger, technisch unvermeidbarer Kontakt mit Lebensmitteln im gesetzlich definierten Rahmen als unbedenklich gilt. Sie schmieren, schützen vor Verschleiß und Korrosion und halten die Schmierstelle auch nach Nassreinigung funktionsfähig. Sie reinigen keine Motoren, dichten keine Lecks ab und sind kein Ersatz für Motoröl oder Getriebeöl.
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Wann brauchen Sie ein lebensmittelgeeignetes Fett?
Ein lebensmittelgeeignetes Fett ist immer dann die richtige Wahl, wenn eine Schmierstelle so liegt, dass ein Kontakt mit Lebensmitteln nicht vollständig ausgeschlossen werden kann, oder wenn der Betrieb eine HACCP-konforme Dokumentation der eingesetzten Schmierstoffe voraussetzt. Auch bei Maschinen, die regelmäßig mit Wasser oder Reinigungsmitteln gereinigt werden, ist eine food-grade-Formulierung sinnvoll, da das Fett nach der Reinigung noch zuverlässig schützen muss.
Typische Situationen, in denen ein lebensmittelgeeignetes Fett erforderlich ist:
- Schmierstellen befinden sich oberhalb oder direkt neben offenen Lebensmitteln.
- Der Betrieb arbeitet nach HACCP und muss eingesetzte Schmierstoffe dokumentieren.
- Ein Audit oder ein Zertifizierungsverfahren verlangt nachweisbar lebensmittelgeeignete Schmierstoffe.
- Maschinen werden regelmäßig mit Wasser oder Reinigungsmitteln gereinigt, und Schmierstellen müssen danach sofort wieder funktionsfähig sein.
- Backanlagen, Öfen oder Trockner erzeugen hohe Temperaturen an den Schmierstellen.
Für den Hochtemperaturbereich in Backanlagen, Öfen oder Trocknern sowie für lebensmittelnahe Lagerstellen mit Wärmebelastung ist der Lindemann HTF-G Food Grade 400 g die passende Wahl. Das Produkt ist NSF H1 und USDA H1 freigegeben und deckt einen Temperaturbereich von -40 bis +400 °C ab.
Was bedeutet NSF H1, und welche Norm brauchen Sie?
| Freigabe | Bedeutung | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| NSF H1 | Zufälliger Lebensmittelkontakt im definierten Rahmen zulässig | Schmierstellen mit Kontaktrisiko zu Lebensmitteln |
| NSF H2 | Kein Lebensmittelkontakt vorgesehen | Bereiche ohne jedes Kontaktrisiko |
Ein Schmierfett mit NSF-H1-Freigabe ist so formuliert, dass ein zufälliger, technisch unvermeidbarer Kontakt mit Lebensmitteln in einem gesetzlich definierten Rahmen als unbedenklich gilt. Die Freigabe ersetzt keine HACCP-Bewertung, ist aber ein anerkannter Nachweis für lebensmittelgeeignete Schmierung in Audits. Die ältere Bezeichnung USDA H1 entspricht inhaltlich der NSF-H1-Freigabe und wird von vielen Betrieben gleichwertig akzeptiert. Für Schmierstellen ohne jedes Kontaktrisiko reicht NSF H2, für alle Bereiche mit möglichem Lebensmittelkontakt ist NSF H1 Pflicht.
Wo darf lebensmittelgeeignetes Fett eingesetzt werden, und wo nicht?
Geeignet:
- Wälz- und Gleitlager in Abfüll-, Verpackungs- und Förderanlagen.
- Scharniere und Schieber in Lebensmittelöfen, Kühlräumen und lebensmittelnahen Anlagen.
- Mechanische Antriebe in unmittelbarer Nähe offener Lebensmittel.
- Am Fahrzeug: zugängliche, nicht sicherheitsrelevante Stellen wie Türscharniere oder Kofferraumklappen, wo Kinder oder Haustiere Kontakt haben könnten.
Nicht geeignet:
- Fahrzeugbremsen, Lenkung, Radlager und Kupplungsmechanik.
- Sicherheitsrelevante Fahrzeugkomponenten wie Gurtsystem, Handbremse oder Sitzschienen, sofern keine Herstellerfreigabe vorliegt.
- Motorinnenteile, Getriebeölkreislauf und Kühlsystem.
- Bereiche, die konstruktiv trocken bleiben müssen.
Lebensmittelgeeignet bedeutet nicht automatisch fahrzeugfreigegeben. An Bremsen, Lenkung oder Radlagern sind die spezifischen Schmierstofffreigaben des Fahrzeugherstellers bindend. Wer diese Teile mit einem nicht freigegebenen Fett behandelt, riskiert Funktionsstörungen, die auch bei einer Hauptuntersuchung auffallen können. Im Zweifelsfall ist die Werkstatt die richtige Anlaufstelle.
Wenn unklar ist, ob eine Schmierstelle in Ihrer Anlage food-grade geschmiert werden muss, wenden Sie sich an den Maschinenlieferanten oder einen Fachbetrieb.
Wie viel auftragen, und wie oft nachschmieren?
Tragen Sie so viel Fett auf, dass die Schmierstelle vollflächig benetzt ist und ein gleichmäßiger, dünner Film entsteht. Mehr ist hier nicht besser: überschüssiges Fett wird abgeschleudert, verunreinigt angrenzende Flächen und erhöht im lebensmittelnahen Umfeld das Kontaminationsrisiko. Bei der Schmierung über eine Fettpresse mit Schmiernippel gilt: pumpen, bis leicht frisches Fett an der Schmierstelle austritt, dann stoppen.
| Belastung / Umgebung | Typisches Schmierintervall |
|---|---|
| Niedrig belastete Lager, trockene Umgebung | Alle 3 bis 6 Monate |
| Hoch belastete Lager oder erhöhte Temperatur | Monatlich oder alle 500 bis 1.000 Betriebsstunden |
| Nach Nassreinigung oder Desinfektion | Schmierstellen prüfen und bei Bedarf sofort nachschmieren |
Die genauen Intervalle hängen von der jeweiligen Anlage, der Drehzahl und den Umgebungsbedingungen ab. Orientieren Sie sich im Zweifel an den Wartungsvorgaben des Maschinenherstellers.
Materialverträglichkeit und Umstellung auf lebensmittelgeeignete Fette
Lebensmittelgeeignete Fette sind in der Regel verträglich mit Stahl, Edelstahl, Aluminium und lebensmittelechten Kunststoffen wie POM. Gängige Dichtungswerkstoffe wie NBR, EPDM und FKM sind bei den meisten food-grade-Fetten kompatibel. Prüfen Sie im Zweifelsfall das Produktdatenblatt des jeweiligen Fetts, bevor Sie es an Dichtungen einsetzen.
Wenn Sie von einem konventionellen Fett auf ein lebensmittelgeeignetes Produkt umstellen, gilt:
- Entfernen Sie altes Fett vollständig, bevor Sie das neue auftragen. Rückstände können die Lebensmittelkonformität des neuen Fetts aufheben.
- Mischen Sie kein konventionelles Fett mit einem food-grade-Fett. Auch eine Mischung mit Lithiumfett oder Kupferpaste hebt die Lebensmitteleignung auf.
- Bei unbekanntem Altfett oder einer komplexen Anlage: Fachbetrieb oder Maschinenlieferant konsultieren, bevor Sie mit der Umstellung beginnen.
Wann zur Werkstatt oder zum Fachbetrieb?
- Schmierstellen sind schwer zugänglich oder erfordern eine Demontage. Fachbetrieb beauftragen.
- Umstellung von konventionellem auf lebensmittelgeeignetes Fett bei laufender Anlage. Maschinenlieferant oder Instandhaltungsspezialist hinzuziehen.
- Unsicherheit, ob eine Komponente nach Norm food-grade geschmiert werden muss. Fachbetrieb oder Auditor befragen.
- Spiel, Knacken oder Schwergängigkeit trotz regelmäßiger Schmierung. Fachbetrieb aufsuchen, das Bauteil selbst ist möglicherweise verschlissen und kein Schmierfett wird das beheben.
- Sicherheitsrelevante Fahrzeugteile wie Bremsen, Lenkung oder Fahrwerk. Immer Werkstatt, kein lebensmittelgeeignetes Fett verwenden.
Wenn Teile trotz regelmäßiger Schmierung weiterhin Probleme machen, liegt die Ursache meistens nicht im Fett, sondern im Bauteil selbst.
Ob Sie ein lebensmittelgeeignetes Fett für eine Anlage mit Wärmebelastung oder für eine zugängliche Schmierstelle im Lebensmittelbetrieb suchen: Prüfen Sie zuerst die Temperaturanforderung an der Schmierstelle. Liegt sie deutlich über Raumtemperatur, ist ein Hochtemperaturfett mit NSF-H1-Freigabe wie der Lindemann HTF-G Food Grade die zuverlässigere Wahl.
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