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Hochtemperaturfette

Hochtemperaturfett kommt ins Spiel, wenn Standardfette an heißen Stellen wie Bremsführungen, Radlagern oder Abgasverbindungen thermisch an ihre Grenzen kommen und austrocknen oder verbrennen würden....
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Lindemann HTF-G Food Grade 400 g

Freigegeben nach USDA H1 und NSF H1 (Food Grade)

Temperaturbereich von −40 °C bis +400 °CSchmilzt, tropft und verkokt innerhalb des Einsatzbereichs nicht

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Wo gehört Hochtemperaturfett ans Auto, und wo nicht?

Nicht jede Stelle am Fahrzeug verträgt Hochtemperaturfett, und nicht jede Stelle braucht es. Die Entscheidung hängt davon ab, ob das Bauteil tatsächlich hoher Hitze ausgesetzt ist und ob der Fahrzeughersteller dort Schmierung vorsieht.

Richtige Einsatzstellen:

  • Bremsbelag-Auflagen im Bremssattel (die Kontaktflächen, an denen der Belag geführt wird, nicht die Reibfläche selbst)
  • Führungsbolzen und Gleitstellen im Schwimmsattel, sofern der Hersteller Schmierung ausdrücklich vorsieht
  • Nachschmierbare Radlager an älteren Fahrzeugen, Anhängern und bestimmten Lagerbauformen
  • Schraubverbindungen, Flansche und Schellen an der Abgasanlage (hier liegt der Grenzbereich zur Montagepaste; bei Abgasflanschen kann eine Keramik- oder Kupferpaste die bessere Wahl sein, dazu mehr im Abschnitt unten)
  • Hoch belastete Lagerstellen in Fahrwerksnähe, wenn der Fahrzeughersteller das ausdrücklich freigibt

Verwende an Bremsführungen nur Hochtemperaturfette, die ausdrücklich als verträglich mit EPDM-Dichtungen deklariert sind. Ungeeignete Fette können Gummimanschetten aufquellen oder verspröden lassen, was die Bremsfunktion beeinträchtigt.

Einsatzstellen, wo Hochtemperaturfett nichts zu suchen hat:

  • Reibflächen von Bremsscheiben und Bremsbelägen: Fett auf Reibflächen mindert die Bremsleistung massiv und stellt eine direkte Unfallgefahr dar
  • Innenflächen des Bremssattels mit direktem Kontakt zu Reibbelägen
  • ABS- und ESP-Sensorringe sowie Sensorflächen: gelangt Fett dorthin, sofort sorgfältig entfernen und bei Zweifeln eine Werkstatt aufsuchen
  • Türscharniere, Schlösser und Innenraumteile, wo ein normales Mehrzweckfett oder ein Spezialspray ausreicht
  • Bereiche, für die der Fahrzeughersteller ausdrücklich trockene Montage oder einen anderen Schmierstoff vorschreibt

Für Bremsenservice, Belagauflagen, Gleitstellen im Schwimmsattel und nachschmierbare Radlager empfehlen wir das Lindemann HT-G Hochtemperaturfett 400 g. Es deckt einen Temperaturbereich von -40 °C bis +400 °C ab, was für normale PKW-Anwendungen einschließlich Autobahnfahrten, Bergstrecken und Anhängerbetrieb ausreichend ist.

Wie viel Hochtemperaturfett, und wie oft neu auftragen?

Zu viel Fett ist an Bremsen und Lagern kein Zeichen von Gründlichkeit, sondern ein häufiger Fehler. Überschüssiges Fett zieht Schmutz und Bremsstaub an oder führt an Lagern zu Druckaufbau und Erwärmung. Die folgende Tabelle gibt dir einen schnellen Überblick.

EinsatzstelleDosierungIntervall
Bremsführungen und GleitstellenDünner, gleichmäßiger Film; nur so viel, dass die Flächen leicht benetzt sind. Überschuss entfernen.Bei jedem Bremsenservice oder Belagwechsel prüfen und bei Bedarf erneuern.
Radlager (nachschmierbar)Etwa zwei Drittel des freien Lagervolumens füllen, nicht vollstopfen. Mehr führt zu Druckaufbau und Erwärmung, weniger zu Mangelschmierung.Im Rahmen einer Lagerwartung oder beim Lagerwechsel. Viele moderne Radlager sind werkseitig gefettet und wartungsfrei: diese nicht nachschmieren.
Abgasverbindungen und SchraubenDünner, deckender Auftrag auf Gewinde und Auflageflächen.Bei jeder Demontage neu auftragen, zum Beispiel beim Auspuffwechsel.

Altes, verschmutztes Fett vor dem Neuauftrag sorgfältig entfernen. Verschiedene Fette oder Pasten möglichst nicht mischen; wie du alte Schmierung an Bremsführungen und Fahrwerksteilen sicher entfernst, ist Stoff für einen eigenen Ratgeber.

Hochtemperaturfett, Kupferpaste oder Keramikpaste: Was kommt wohin?

Die drei Produkttypen werden häufig verwechselt, haben aber klar unterschiedliche Einsatzbereiche.

SituationEmpfohlener Produkttyp
Bremsführungen, Belagauflagen, Gleitstellen im SchwimmsattelHochtemperaturfett (z.B. Lindemann HT-G Hochtemperaturfett 400 g)
Schrauben und Flansche an der Abgasanlage, Lambdasonden-GewindeKupfer- oder Keramikpaste (Montagepaste)
Nachschmierbare Radlager (ältere PKW, Anhänger)Hochtemperatur-Lagerfett
Türscharniere, Alltagsgelenke, InnenraumteileNormales Mehrzweckfett oder Spray (kein Hochtemperaturfett nötig)

Hochtemperaturfett ist für Lager- und Gleitanwendungen gedacht, also Radlager und Bremsführungen. Kupfer- und Keramikpasten sind Montagepasten für Schraubenverbindungen und Flansche im Abgasbereich, wo es darum geht, Festbrennen zu verhindern. Beide Produkttypen sind nicht beliebig gegeneinander austauschbar: Pasten haben auf Reibflächen nichts zu suchen, und Fett ersetzt keine vorgeschriebene Montagepaste im Abgasbereich, wenn der Hersteller etwas anderes verlangt. Unterschiedliche Produkte möglichst nicht mischen; altes Material vor dem Neuauftrag vollständig entfernen. Einen ausführlichen Vergleich der Produkttypen mit allen Vor- und Nachteilen findest du in einem separaten Ratgeber.

Wann reicht Hochtemperaturfett, und wann muss die Werkstatt ran?

Viele Schmierarbeiten an Bremse und Fahrwerk lassen sich selbst erledigen, wenn du Erfahrung, passendes Werkzeug und ein klares Bild der Situation hast. Andere Fälle gehören in Werkstatthände.

Das kannst du selbst machen:

  • Schmierung der Bremsführungen und Belagauflagen im Rahmen eines Bremsbelagwechsels, wenn du bereits Erfahrung mit Bremsenservice hast
  • Nachschmieren klar erkennbar nachschmierbarer Radlager, wenn der Fahrzeughersteller das ausdrücklich vorsieht
  • Schmierung von Abgasklemmen und -schrauben beim Auspuffwechsel (z.B. Endtopf, Mittelschalldämpfer)
  • Kleinere Quietschgeräusche, die nach Reinigung und korrekt dosiertem Fett an den Führungen verschwinden

Hier lieber zur Werkstatt:

  • Radlager mit Brumm- oder Mahlgeräuschen, fühlbarem Spiel oder spürbarer Erwärmung: ein Lager mit Spiel oder Schaden wird durch Nachschmieren nicht repariert, es muss ersetzt werden
  • Festgehende Bremssättel, ungleichmäßiges Bremsbild oder starkes Ziehen beim Bremsen
  • Dauerhaftes Quietschen nach korrekter Reinigung und Schmierung
  • Unsicherheit darüber, ob dein Fahrzeug wartungsfreie oder nachschmierbare Radlager hat
  • Arbeiten an elektrischen Parkbremsen, wenn du dir über den Ablauf nicht sicher bist

Hochtemperaturfett steigert keine Motorleistung und verbessert nicht die Bremsleistung selbst; es sorgt für Zuverlässigkeit und Haltbarkeit der Bauteile. Wenn du an sicherheitsrelevanten Teilen wie Bremsen oder Radlagern unsicher bist, ist die Werkstatt die bessere Wahl, auch um Garantie- und Haftungsfragen klar zu halten.

Geeignet für alle Fahrzeuge, auch Elektro und Hybrid?

Hochtemperaturfett ist für mechanische Komponenten wie Bremsführungen, Radlager und Abgasverbindungen geeignet, unabhängig davon, ob dein Fahrzeug mit Benzin, Diesel, Hybridantrieb oder rein elektrisch fährt. Die Kraftstoffart spielt für die Fettwahl keine Rolle; entscheidend ist das Bauteil, das geschmiert wird. Bei Elektrofahrzeugen bleibt Hochtemperaturfett für Bremse und Radlager sogar besonders relevant: durch Rekuperation wird die Reibbremse seltener aktiv genutzt, was das Korrosionsrisiko an Bremsscheiben und Führungen erhöht. Elektrische Parkbremsen haben teils mechanische Komponenten, die weiterhin Fett benötigen; arbeite hier aber ausschließlich nach Herstellervorgabe und wende dich bei Unsicherheit an eine Werkstatt.

Für die meisten PKW-Anwendungen an Bremse und Radlager ist das Lindemann HT-G Hochtemperaturfett 400 g die richtige Wahl. Arbeitest du in einem Umfeld, in dem Lebensmittelkontakt nicht vollständig ausgeschlossen werden kann, zum Beispiel in einem Lebensmittelbetrieb oder bei kombinierten Auto- und Industrieanwendungen, ist das Lindemann HTF-G Food Grade 400 g die geeignete Alternative. Für reine PKW-Bremsen und Radlager ist das Food-Grade-Produkt überdimensioniert; es ist ausschließlich für Anwendungen gedacht, bei denen lebensmittelechte Zertifizierung erforderlich ist.

Wenn du dir zwischen den beiden Produkten unsicher bist: Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der Temperaturbeständigkeit, sondern in der Zertifizierung. Für alles rund um Bremsen und Fahrwerk am normalen PKW reicht das HT-G.

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