Fuel System and Emissions

Partikelmessung bei der Abgasuntersuchung: Das müssen Dieselfahrer wissen

02-01-2026
Partikelmessung bei der Abgasuntersuchung: Das müssen Dieselfahrer wissen


Seit dem 1. Januar 2023 gilt in den Niederlanden für Dieselfahrzeuge mit werkseitig eingebautem Dieselpartikelfilter eine neue Partikelmessung im Rahmen der APK, der niederländischen Hauptuntersuchung. Sie wird häufig als Partikelzählermessung bezeichnet. Im Mittelpunkt stehen Dieselfahrzeuge, bei denen der DPF entfernt wurde oder nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert. Ein Dieselfahrzeug mit zu hohen Partikelemissionen besteht die Prüfung nicht.


In vielen Fällen bedeutet dies, dass der Dieselpartikelfilter ersetzt werden muss, was erhebliche Reparaturkosten verursachen kann. Eine zu hohe Partikelzahl muss jedoch nicht zwangsläufig durch den DPF selbst verursacht werden. Dazu später mehr.


In Belgien wurde diese Messung bereits am 1. Juli 2022 eingeführt. Ursprünglich war die Einführung in den Niederlanden ebenfalls für diesen Zeitpunkt vorgesehen, wurde wegen Lieferproblemen bei den Messgeräten jedoch auf den 1. Januar 2023 verschoben.




Was ist ein Partikelzähler und wie funktioniert er?


Bei der niederländischen Hauptuntersuchung APK wird ein Fahrzeug an verschiedenen Punkten geprüft. Seit dem 1. Januar 2023 gehört bei Dieselfahrzeugen auch die Messung der ausgestoßenen Feinstaubpartikel dazu. Ein Partikelzähler misst dabei im Leerlauf die Anzahl der Partikel pro cm³ Abgas.


Die Messung dauert ungefähr 90 Sekunden. Wichtig ist, dass der Motor vollständig auf Betriebstemperatur ist. Ein Messschlauch wird am Auspuff des Fahrzeugs angebracht, anschließend kann die Partikelmessung durchgeführt werden. Moderne Partikelzähler können selbst sehr kleine Nanopartikel erfassen und dadurch beurteilen, ob der Dieselpartikelfilter ordnungsgemäß arbeitet.


Auf dem Markt gibt es verschiedene Geräte, die im Wesentlichen mit zwei unterschiedlichen Messverfahren arbeiten: Kondensationspartikelzählung (CPC) und Diffusionsladung (DC). Beide Verfahren erklären wir im Folgenden kurz.


CPC-Verfahren


Beim CPC-Verfahren werden Rußpartikel mithilfe eines Lasers gezählt. Da die Partikel für eine direkte Messung normalerweise zu klein sind, werden sie zunächst mithilfe einer speziellen Alkoholdampf-Technik vergrößert. Dadurch kann der Laser die einzelnen Partikel erfassen und zählen. Die maximale Messabweichung liegt bei etwa 10 %.


Für Werkstätten wird diese Technik häufig empfohlen, da sie als besonders robustes Messverfahren gilt. Durch die Verwendung des Alkohols verbleiben weniger Verunreinigungen in der Messkammer. Geräte mit CPC-Technik sind in der Regel allerdings teurer als Geräte mit DC-Technik.


DC-Verfahren


Das DC-Verfahren arbeitet mit Ionisation. Die Partikel werden elektrisch aufgeladen und die dabei entstehende Ladung wird gemessen. Auf dieser Grundlage berechnet das Gerät die Anzahl der durchströmenden Partikel.


Bei diesem Messverfahren kann die maximale Abweichung bis zu 25 % betragen. Zudem reagiert das System empfindlicher auf Verschmutzungen, was die Lebensdauer des Messgeräts beeinträchtigen kann. Der Vorteil liegt vor allem im niedrigeren Anschaffungspreis.




Warum wird eine Partikelmessung durchgeführt?


Rußpartikel beziehungsweise Feinstaub sind sowohl für Menschen als auch für die Umwelt schädlich. Um Emissionen zu reduzieren und Umweltvorgaben einzuhalten, werden die Abgaswerte von Fahrzeugen zunehmend strenger kontrolliert. Entscheidend ist dabei die Frage, ob ein Fahrzeug die vorgeschriebenen Emissionsgrenzwerte tatsächlich einhält.


Die Emissionsvorschriften sollen den Ausstoß von Partikeln reduzieren. Untersuchungen haben gezeigt, dass ältere Messverfahren nicht empfindlich genug sind, um sehr kleine Partikel zuverlässig zu erkennen. Dadurch lässt sich beispielsweise ein beschädigter oder entfernter Dieselpartikelfilter nicht immer sicher feststellen. Aus diesem Grund wurde die Partikelzählung mit speziell dafür geeigneten Messgeräten eingeführt.


Zum Zeitpunkt der ursprünglichen Veröffentlichung dieses Artikels war Belgien das erste Land, in dem eine solche Partikelmessung bereits durchgeführt wurde. Ab dem 1. Januar 2023 folgten weitere europäische Länder, darunter Deutschland, die Schweiz und die Niederlande.





































LandEinführungMotorklassenGrenzwert in Partikeln pro cm³
Belgien01.07.2022Euro 5b / 61.000.000
Niederlande01.01.2023Euro 3 / 4 / 5 / 6 / VI1.000.000
Deutschland01.01.2023Euro 6 / VI250.000
Schweiz01.01.2023Euro 5b / 6 VI250.000

Deutschland und die Schweiz verwenden in dieser Übersicht deutlich niedrigere Grenzwerte, wodurch ein Fahrzeug die Prüfung entsprechend schneller nicht bestehen kann. Nachdem wir geklärt haben, was ein Partikelzähler ist und warum diese Messung eingeführt wurde, schauen wir uns nun mögliche Ursachen für zu hohe Messwerte und sinnvolle Maßnahmen vor der Prüfung an.




Mögliche Ursachen für das Nichtbestehen der Partikelmessung


Bei der Abgasprüfung wird unter anderem die Anzahl der Partikel gemessen, die ein Dieselfahrzeug im Leerlauf ausstößt. Die Messung dauert ungefähr 90 Sekunden und sollte bei vollständig warmem Motor durchgeführt werden. Dazu wird ein Messschlauch am Auspuff angebracht und die Partikelkonzentration im Abgas erfasst.


Ein zu hoher Messwert kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel:



  • Der Dieselpartikelfilter ist beschädigt und weist kleine Risse auf

  • Der Dieselpartikelfilter befindet sich kurz vor oder in einer Regeneration

  • Das AGR-Ventil bleibt geöffnet

  • Starke Rußbildung durch verschmutzte Einspritzdüsen oder ähnliche Probleme


Leider lässt sich die genaue Ursache einer erhöhten Partikelzahl nicht immer sofort feststellen. Es gibt jedoch einige Punkte, die du vor der Prüfung kontrollieren kannst. Diese erklären wir im Folgenden.


Der Dieselpartikelfilter ist beschädigt


Ist der DPF beschädigt, kann er die Rußpartikel nicht mehr zuverlässig filtern. In diesem Fall ist in der Regel eine Reparatur beziehungsweise der Austausch des Filters erforderlich. Grundsätzlich kann auch ein gebrauchter, funktionsfähiger DPF eingebaut werden, wobei dies mit zusätzlichen Risiken verbunden sein kann.


Tipp: Befindet sich sichtbar viel Ruß im Inneren des Auspuffendrohrs und lässt sich dieser mit dem Finger abwischen, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass der Dieselpartikelfilter verschlissen oder beschädigt ist. Dies ist jedoch kein eindeutiger Nachweis.


Regeneration des Dieselpartikelfilters


Wenn sich im DPF eine größere Menge Ruß angesammelt hat, startet das Fahrzeug eine Regeneration. Eine Regeneration unmittelbar vor einer Partikelmessung kann das Messergebnis beeinflussen. Deshalb empfiehlt es sich, die Prüfung nicht direkt nach einem Regenerationsvorgang durchführen zu lassen.


Tipp: Eine aktive Regeneration lässt sich bei manchen Fahrzeugen an einer vorübergehend erhöhten Leerlaufdrehzahl, leichten Vibrationen oder einem veränderten Motorgeräusch erkennen.


Das AGR-Ventil bleibt geöffnet


Bleibt das AGR-Ventil beispielsweise aufgrund starker Verschmutzung geöffnet, kann dies die Partikelwerte negativ beeinflussen. Ein Teil der Abgase wird dann über die Abgasrückführung und den Ansaugtrakt erneut in den Brennraum geleitet. Dadurch steht weniger Frischluft beziehungsweise Sauerstoff für die Verbrennung zur Verfügung, was die Rußbildung erhöhen kann.


Insbesondere bei modernen Motoren kann das AGR-Ventil während der Warmlaufphase geöffnet sein, damit die warmen Abgase dazu beitragen, den Motor schneller auf Betriebstemperatur zu bringen. Sobald der Motor warm ist, wird das AGR-System entsprechend geregelt. Ist das Ventil jedoch aufgrund von Ruß- und Kohlenstoffablagerungen schwergängig oder blockiert, kann es sinnvoll sein, das AGR-Ventil zu reinigen.


Tipp: Ein verschmutztes oder klemmendes AGR-Ventil kann sich unter anderem durch eine leuchtende Motorkontrollleuchte, Leistungsverlust, erhöhten Kraftstoffverbrauch, schwarzen Abgasrauch, unruhigen Leerlauf oder Startprobleme bemerkbar machen.


Übermäßige Rußbildung


Neben den genannten Ursachen können grundsätzlich alle Probleme, die zu einer schlechteren Verbrennung und dadurch zu mehr Ruß führen, die Partikelmessung negativ beeinflussen. Beispiele sind:



  • Verschmutzte Einspritzdüsen, wodurch das Einspritzbild und die Verbrennung beeinträchtigt werden

  • Verschmutzte Einlassventile, wodurch weniger Luft in den Brennraum gelangen kann


Tipp: Eine schlechte Verbrennung kann sich beispielsweise durch Leistungsverlust, erhöhten Kraftstoffverbrauch oder Startprobleme bemerkbar machen. Erhöhter Ölverbrauch fällt häufig dadurch auf, dass regelmäßig Motoröl nachgefüllt werden muss; in manchen Fällen ist zudem bläulicher Abgasrauch sichtbar.




Was kannst du selbst tun, um dich auf die Partikelmessung vorzubereiten?


Die Einführung der Partikelmessung war nicht unumstritten. Unter anderem wurde kritisiert, dass ein und dasselbe Fahrzeug unter verschiedenen Bedingungen unterschiedliche Messwerte liefern kann. Viele dieser Unterschiede lassen sich jedoch durch den Betriebszustand des Motors und des Abgassystems erklären.


Mit einigen einfachen Maßnahmen kannst du dafür sorgen, dass das Fahrzeug unter normalen und technisch korrekten Betriebsbedingungen zur Prüfung erscheint.


Tipp 1: Motor vollständig auf Betriebstemperatur bringen


Wie bereits beschrieben, arbeiten AGR-System und Abgasnachbehandlung während der Warmlaufphase anders als bei einem vollständig warmen Motor.


Vor der Partikelmessung sollte der Motor deshalb auf normale Betriebstemperatur gebracht werden. Dadurch können Motorsteuerung und Abgasnachbehandlung unter den vorgesehenen Betriebsbedingungen arbeiten.


Tipp 2: Keine Regeneration unmittelbar vor der Messung provozieren


Der Zustand des Dieselpartikelfilters kann das Messergebnis beeinflussen. Findet unmittelbar vor oder während der Prüfung eine aktive Regeneration statt, können sich die gemessenen Partikelwerte verändern.


Deshalb ist es sinnvoll, eine Partikelmessung nicht unmittelbar nach einem erkennbaren Regenerationsvorgang durchführen zu lassen.


Für die langfristige Funktion des Fahrzeugs ist es unabhängig von der Partikelmessung wichtig, dass der Dieselpartikelfilter ordnungsgemäß regenerieren kann und sauber gehalten wird. Mehr dazu erfährst du in diesem Blogbeitrag.


Tipp 3: Einspritzdüsen reinigen


Verschmutzte Einspritzdüsen können zu einer schlechteren Kraftstoffzerstäubung und dadurch zu einer unvollständigen Verbrennung führen. Die Folge kann eine erhöhte Rußbildung sein.


Um verschmutzungsbedingte Probleme zu reduzieren, können die Einspritzdüsen mit einem geeigneten Kraftstoffadditiv gereinigt werden. Ein Beispiel dafür ist Lindemann Smokeless.


Wir empfehlen, das Produkt entsprechend der Dosierungsanleitung in den Kraftstofftank zu geben. Idealerweise wird das Additiv vor dem Tanken eingefüllt, damit es sich gut mit dem Kraftstoff vermischt. Während der anschließenden Fahrt kann das Produkt Ablagerungen im Kraftstoffsystem und an den Einspritzdüsen lösen.







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